Ich habe ferngesehen: Die letzte Folge der ersten Staffel der BBC 3 Produktion Being Human wurde Gestern ausgestrahlt. Entwickelt von Toby Whitehouse, der schon für das von mir sehr gemochte Dr. Who-Spinnoff Torchwood Drehbücher schrieb. Die Serie begleitet drei scheinbare Mittzwanziger dabei, wie sie versuchen sich trotz ihrer jeweiligen Behinderungen ihre Menschlichkeit zu bewahren. Ein Unternehmen, das nicht ganz einfach ist da sie dummerweise Geist, Vampir und Werwolf sind. Hinzu kommt, dass die alten Vampir-Kumpels von Mitchell dabei sind, das nächste große Ding zu planen.
Die Geschichte an sich ist recht spannend, wenn sie auch nicht das Beste ist, was ich an Horror, oder besser: Gruselgeschichten, je gesehen habe. Was die Serie aber wirklich großartig macht ist wie Whitehouse die Charaktere aufbaut: Getrieben von dem Verlangen, das was ihnen von ihrer Menschlichkeit geblieben ist zu bewahren, arbeiten Mitchell und George (der Vampir und der Werwolf) für den gesetzlichen Mindestlohn als Hilfskräfte im Krankenhaus. Sie sind auf der Suche nach Nähe von “normalen” Menschen, aber immer auch voller Angst davor, die Leute deren Nähe sie zulassen durch ihre “Behinderung” zu verstören, oder schlimmer: Bei der Entdeckung aus dem Ort getrieben zu werden. In dieser Grauzone zwischen Angst und Hoffnung bewegen sie sich, stehen irgendwie außerhalb der Gesellschaft immer von der Idee beseelt, dass alles irgendwie besser werden wird.
In diesem Spannungsfeld beschäftigt sich die Serie damit, was es eigentlich heißt Mensch zu sein. Ohne dabei langweilig oder moralisch zu werden. Eine große Leistung der Drehbuchautoren.
Die Dialoge sind, wie schon bei Torchwood, pointiert und irgendwie “tiefgreifend”. Die Charaktere sind
glaubhaft, selbst die Phantasiegestalten erscheinen nicht unnatürlich, Sie sind halt Paranormal. Andere Leute haben Blasenkrebs. Auch das Austauschen vieler Schauspieler, nach dem Pilotfilm hat der Serie überraschenderweise gut getan. Gerade Annie (der Geist) wird durch Lenora Crichlow glaubhafter. Ich bin mir nicht sicher, vielleicht war es der nordenglische Akzent ihrer Vorgängerin, der mich störte. Tollerweise hat die BBC eine zweite Staffel angekündigt. Genauso, wie wohl eine dritte von Torchwood. Ich freu’ mich.
Um es kurz zu machen: Dies ist eine tolle Fernsehproduktion, die ich voll und ganz empfehlen kann. Warum bekommt das deutsche Öffentlich-rechtliche Produktionen in dieser Qualität nicht hin?